Wirtschaft schwächelt: Unternehmensinsolvenzen steigen gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,8 %
08.09.2026
Die deutschen Amtsgerichte haben im März 2026 insgesamt 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren dies 15,8 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
Im gesamten 1. Quartal 2026 wurden 6.275 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert - das waren 6,5 % mehr als im Vorjahresquartal. Die Forderungen der Gläubiger aus den im 1. Quartal 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 9,3 Mrd. €. Im gesamten 1. Quartal 2025 hatten die Forderungen sogar bei rund 19,9 Mrd. € gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist laut Destatis darauf zurückzuführen, dass im 1. Quartal 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im 1. Quartal 2026.
Bezogen auf 10.000 Unternehmen waren im 1. Quartal 2026 insgesamt 17,7 Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei (32,1 Fälle je 10.000 Unternehmen). Danach folgte das Gastgewerbe (30,3 Fälle) und das Baugewerbe (26,7 Fälle).
Auch im privaten Sektor machte sich die schwierige wirtschaftliche Lage bemerkbar: Im März 2026 gab es 7.462 Verbraucherinsolvenzen - beachtliche 18,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Für das gesamte 1. Quartal 2026 wurden 19.679 Verbraucherinsolvenzen gemeldet - ein Anstieg von 6,0 % gegenüber dem 1. Quartal 2025.
Hinweis: Die Insolvenzstatistik bildet nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen, nicht jedoch solche aus anderen Gründen bzw. vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten.
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